Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Entwicklung eines Biosphärenreservates „Indawgyi-See“ (Myanmar)

Hintergrund

Traditionelle, extensive Wirtschaftsformen in der Region (Foto: Kirsten Meuer/Michael Succow Stiftung)
Auf dem Foto sieht man einen Fischer, der mit seinem traditionellen Boot seiner Arbeit nachgeht. Im Hintergrund stehen Wasserbüffel am Seeufer.

Der Indawgyi-See im Norden Myanmars ist der größte Süßwassersee des Landes und drittgrößter in Südost-Asien. Die Region beherbergt eine Vielzahl gefährdeter Vogel-, Fisch-, Wasserschildkröten- und Säugetierarten – bspw. Weißbrauengibbon, Schweinshirsch und Saruskranich. Wegen seiner Funktion als Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für Wasservögel wurde der Indawgyi-See 2016 als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung unter der Ramsar-Konvention ausgezeichnet. 2017 erfolgte die Anerkennung des Sees und der ihn umgebenden Sumpfgebiete und subtropischen Regenwälder als UNESCO -Biosphärenreservat. Deutschland hat Myanmar bei der Nominierung des Indawgyi-Sees als Biosphärenreservat unterstützt. Damit konnten wir unseren internationalen Naturschutzverpflichtungen u.a. aus der Biodiversitätskonvention und der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt nachkommen.

Das Projekt

Kartierung der Natur- und Kulturaustattung des Sees in Zusammenarbeit mit lokaler Bevölkerung (Foto: Kirsten Meuer/Michael Succow Stiftung)
Auf dieser Abbildung sieht man eine Menschengruppe bestehend aus allen Altersgruppen, die um eine Karte des Sees knien und sich unterhalten.

Das Projekt zur Entwicklung des Biosphärenreservates Indawgyi-See in Myanmar zielte auf die erfolgreiche Nominierung des Gebiets als Biosphärenreservat im Rahmen des UNESCO -Programms "Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) ab.

Langfristig soll mit der Ausweisung des Gebietes die biologische und kulturelle Vielfalt der Region erhalten und nach dem Inle-See eine zweite Modellregion für nachhaltige Entwicklung in Myanmar geschaffen werden. 


Der Indawgyi-See eignete sich zur Biosphärenreservats-Entwicklung aufgrund seiner großen Bedeutung für den internationalen Naturschutz, des bereits vorhandenen Schutzgebiets mit entsprechender Verwaltung und aufgrund der existierenden traditionellen Kulturlandschaft. Förderlich war außerdem das Bewusstsein der örtlichen Bevölkerung für die Notwendigkeit der Lösung von Umweltproblemen. Ein derartiges Projekt mit Beteiligung betroffener Gruppen vor Ort war nur durch den politischen Wandel in Myanmar möglich, im Zuge dessen auch der Naturschutz partizipativer werden konnte. Die Ausgangssituation am Indawgyi-See war gekennzeichnet durch Bevölkerungswachstum und damit einhergehend einem zunehmenden Druck auf die Ökosysteme durch naturunverträgliche Landnutzung. Der hohe ökologische Wert der Region und kulturelle Besonderheiten wie die Shwemyintzu-Pagode im Zentrum des Sees schufen ideale Voraussetzungen für nachhaltige Tourismusentwicklung.

Die Shwemyintzu-Pagode: das buddhistische Heiligtum zieht jährlich tausende Pilger an (Foto: Kirsten Meuer/Michael Succow Stiftung)
Auf dem Foto sieht man die Shemyintzu-Pagode, die auf dem See liegt und als buddhistisches Heiligtum jedes Jahr tausende Pilger anzieht.

Zwischen 2014 und 2016 wurden Grundlagendaten zu Biodiversität und Landnutzung erhoben, Konzepte alternativer Landnutzungs- und Einkommensmöglichkeiten erarbeitet (z. B. zu Ökotourismus, nachhaltigem Reisanbau und Agroforstwirtschaft) sowie Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Weiterhin entstanden ein Zonierungs- und ein Monitoring-Konzept für das Biosphärenreservat und erste Regulierungen der Fischerei für den See und seine Zuflüsse. Bei allen Prozessen wurden die relevanten Akteure auf verschiedenen Verwaltungsebenen Myanmars beteiligt. Hauptergebnis des Projekts stellt das umfassende Dossier zur Biosphärenreservats-Nominierung dar, die im Juni 2017 durch die UNESCO -Anerkennung mit dem erwünschten Erfolg gekrönt wurde.

Nachhaltige Fischerei ist eines der Schwerpunkte des Projektes (Foto: Kirsten Meuer/Michael Succow Stiftung)
Auf diesem Foto sieht man mehrere Fischer mit ihren Booten und eine Hütte auf dem See.

Ausblick

Der Indawgyi-See: mit 120 km2 etwas größer als die Müritz. (Foto: Kirsten Meuer/Michael Succow Stiftung)
Auf dem Foto sieht man einen Fischer, der mit einem traditionellen Boot auf dem Indywgyi-See unterwegs ist und eine kleine Hütte am Seerand.

Nach erfolgre