Bundesamt für Naturschutz

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Monitoring von gentechnisch verändertem Raps

Hintergrund

Verschiedene gentechnisch veränderte (GV)-Rapslinien sind für den Import in die Europäische Union zugelassen. Die vermehrungsfähigen Samen dürfen in Deutschland verarbeitet (z. B. zu Rapsöl) oder als Futtermittel verwendet - aber nicht angebaut - werden.

Während des Transports, der Verladung, der Verarbeitung oder der Verfütterung von Raps kommt es häufig zu Saatverlusten. Rapssamen haben eine lange Überlebensdauer im Boden, können sich insbesondere auf gestörtem Boden etablieren und in verwandte Wildpflanzen auskreuzen.

Importraps wird aus Ländern wie Kanada oder Australien per Schiff, LKW und/oder Bahn zu den Verarbeitungsstätten oder Verwendungsorten verbracht. Über den Mengenanteil von GV-Raps an den jeweiligen importierten Chargen gibt es keine öffentlich zugänglichen Informationen.

Rapspflanzen im Gleisbett an einem Schiffs- und Schienengütertransport (Quelle: Universität Hohenheim)
Auf dem Bild sieht man Rapspflanzen, die im Gleisbett an einem Schiffs- und Schienengütertransport wachsen.

Das Projekt

Rapsvorkommen entlang einer Autobahnauffahrt (Quelle: Universität Hohenheim)
Das Bild zeigt Rapsvorkommen entlang einer Autobahnauffahrt.

Die Zulassung der GV-Rapslinien für den Import ist an die Vorgabe geknüpft, Transportverluste möglichst zu verhindern. Die Genehmigungsinhaber kommen dieser Vorgabe nach, indem sie die an der Weiterverarbeitung beteiligten Firmen über die Möglichkeit von Verlusten informieren und technische Leitlinien für die Vernichtung von Rapspflanzen bereitstellen. Eine routinemäßige Beobachtung der Umweltwirkungen von GV-Raps, wie es die Gesetzgebung vorsieht, findet derzeit nicht statt.

Ziel des Projektes war es, ein Konzept für ein Monitoring von transgenem Raps bei Import zu entwickeln und zu erproben.

Als methodische Grundlage diente die VDI-Richtlinie 4330 Blatt 10 „Floristische Kartierung von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP), ihren Kreuzungspartnern und Kreuzungsprodukten". Die Erprobung des Konzeptes erfolgte in 2014. In der Rheinschiene wurden im Umfeld von Raps importierenden und verarbeitenden Betrieben (Ölmühlen, Kraftfutterwerke, Biodieselraffinerien etc.) entlang von Straßen und Gleisanlagen, an Umschlagplätzen und Hafenanlagen alle Rapspflanzenvorkommen und potenziellen Kreuzungspartner dokumentiert. Für die molekulargenetische Analyse wurden Blattproben genommen und in einem Schnelltest bzw. per PCR untersucht.

Ergebnisse

Positiv getestetes Blatt mit Teststreifen (Quelle: Universität Hohenheim)
Ausgestanztes Blatt von GV-Raps mit Probenröhrchen

Feldstudie: Im Untersuchungsgebiet waren ruderale Rapspflanzen weit verbreitet. Sie kamen meist in linearen Beständen entlang von Straßen, Gleisanlagen und Wegen und an Böschungen vor. Größere Bestände fanden sich z. B. an Hafenanlagen. Es wurden insgesamt 136 Einzel- bzw. Mischproben von Blättern genommen und einem Schnelltest unterzogen. Nur eine der Rapspflanzen wurde als GV-Raps der Linie GT73 identifiziert.

Monitoringkonzept: Es liegt nun ein tragfähiges Konzept für ein Monitoring von transgenem Raps bei Import vor. Die Erfahrungen aus der Erprobung werden in die VDI-Richtlinie 4330 Blatt 10 eingearbeitet, so dass bis Ende des Jahres ein überarbeiteter Standard für die floristische Kartierung von gentechnisch veränderten Pflanzen bereitgestellt werden kann.

Ausblick

Mit dem Projekt wurden die Grundlagen für ein routinemäßiges Monitoring bei Import von GV-Raps erarbeitet. Es wird empfohlen die Erfassung von Verlusten keimfähiger Saaten und das Vorkommen von GV-Raps entlang von Transportrouten und Umschlagplätzen in das gesetzlich vorgeschriebene Monitoring aufzunehmen. Das Konzept ist auch auf andere importierte GV-Pflanzen wie Leinsaat, Senfsaaten oder Sojabohnen übertragbar.

Publikationen / weiterführende Links

Auf dem Foto ist das Titelbild des BfN-Skripts 430 "Entwicklung und Erprobung eines Konzepts für ein Monitoring von für den Import zugelassenem transgenem Raps nach Richtlinie 2001/18/EG" abgebildet.

 Skript 430: Entwicklung und Erprobung eines Konzepts für ein Monitoring von für den Import zugelassenem transgenem Raps nach Richtlinie 2001/18/EG

Laufzeit

12.11.2013 – 31.3.2015

Förderprogramm

F+E

Projektträger

Universität Hohenheim, Institut für Landschafts- und Pflanzenökologie, Dr. Kerstin V. Wedlich, Dr. Jürgen Franzaring, Prof. Dr. Andreas Fangmeier

Fachbetreuung

Fachgebiet II 1.3,  <