Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Kontinuierlicher Schall


Containerfrachter. Foto: P. Huebner (BfN)
Containerfrachter. Foto: P. Huebner (BfN)

Ein kontinuierlicher Schalleintrag, der eine permanente Lärmbelastung darstellt, ist in unseren Gewässern in erster Linie auf die Schifffahrt zurückzuführen. Diese Schallemissionen unterscheiden sich zwar in Frequenz und Intensität von den wesentlich "lauteren" und "schlagartigen" Impulsschallereignissen, durch ihre Kontinuität verbergen sich in kontinuierlichen Schallereignissen jedoch deutliche Risiken vor allem für die sich akustisch orientierenden Meeressäuger.

Schiffslärm

Der von Schiffen erzeugte Unterwasserschall wird vor allem durch Propeller und die Motoren erzeugt. Je nach Schiffstyp und Betriebszustand (u.a. Geschwindigkeit, Beladung) variiert der Quellpegel sehr stark. Typische Breitbandpegel liegen im Bereich zwischen 160 dB re 1 µPa bei leisen Forschungsschiffen und bis zu über 190 dB re 1 µPa bei Handelsschiffen. Die größten Pegel treten bei tiefen Frequenzen unter ca. 300 Hz auf, selten kommen auch dominante Töne bei höheren Frequenzen vor. Als zusätzliche, hochfrequente Schallquelle findet sich an Bord jedes größeren Schiffes ein Echolot, das hohe Schallpegel sehr gerichtet nach unten abstrahlt und daher nur in unmittelbarer Umgebung des Schiffs wahrgenommen wird.

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Schiffsverkehr stetig zugenommen. In stark befahrenen Gebieten hat sich seit den 60er Jahren der Hintergrundlärm verdoppelt bzw. verdreifacht. Die Nordsee gilt heute als eines der am meisten befahrenen Meere der Welt, aber auch Teile der Ostsee sind besonders gefährdet. Festgelegte Routen und Wasserstraßen regulieren zwar den Verkehr, dennoch ist der tieffrequente Schiffslärm über weite Entfernung hinweg wahrzunehmen, so dass große Gebiete von einer permanenten Lärmbelastung durch die Schifffahrt betroffen sind.  

Forschung über Hintergrundschall

Anordnung Hydrophon und POD. Grafik: ITAW / BfN

[+] Grafik vergrößern

 Beschreibung der Grafik Anordnung Hydrophon und POD

Graphik von der Anordnung Hydrophon und POD

In einem Forschungsprojekt zu Unterwasserschall (AWZ-Forschung, Cluster 7) wurde die Lärmbelastung in Nord- und Ostsee untersucht. Dazu wurden Unterwasserschall-Rekorder erprobt und Fischereisichere Verankerungssysteme etabliert, die die teuren Geräte schützen.


Hintergrundschallmessungen in der Ostsee. Grafik: DW ShipConsult / BfN

[+] Grafik vergrößern

 Beschreibung der Grafik Hintergrundschallmessungen in der Ostsee

Schallmessungen in den Schutzgebieten der Ostsee.

Die Hintergrundschallmessungen an Messstationen in Schutzgebieten der Ostsee ergaben eine abnehmende Lautstärke in der Reihenfolge: Fehmarn Belt – westliche Rönnebank – Kadetrinne – Pommernbank und Adlergrund – Oderbank. Frequenzen zwischen 20 und 1000 Hz wurden im Fehmarnbelt mit 90 bis 116 dB re 1 µPa (Median) gemessen und werden in erster Linie durch das hohe Schiffsaufkommen in dieser Region (z.B. Fährbetrieb Puttgarden - Rødby) verursacht. Die Schallkartierung ist Grundlage, um die Lärmbelastung in verschiedenen Gebieten der Nord- und Ostsee genauer beurteilen zu können.

Ausbringen eines PODs und Hydrophons


 Transkript des Videos Aussetzen eines PODs und eines Hydrophons

Das Ausbringen der Geräte ist aufwändig. Unterwassermikrofone, die die Schweinswal-Laute aufzeichnen (POD, beigefarbenes Rohr), werden am gleichen Verankerungssystem installiert. Die Geräte müssen gut gesichert und durch eine auffällige Boje für den Schiffsverkehr weithin erkennbar sein. Ein Gehäuse (gelb) schützt das empfindliche Gerät.