Bundesamt für Naturschutz

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Wirbeltiere


Auftauchender Schweinswal (Phocoena phocoena). Foto K. Wollne-Goerke
Auftauchender Schweinswal (Phocoena phocoena). Foto K. Wollne-Goerke

Ein wichtiges Element des marinen Monitorings bildet das langfristig angelegte Monitoring mariner Wirbeltiere in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ, 12-200 Seemeilenzone), das vom Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Universität Kiel, dem Deutschen Meeresmuseum, dem Institut für Hydrobiologie und Fischereiwissenschaft der Universität Hamburg sowie dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover gemeinsam im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) durchgeführt wird. Die Koordinierung übernimmt dabei das Forschungs- und Technologiezentrum Westküste in enger Absprache mit dem BfN. Das Projekt baut auf früheren Erfassungsprogrammen für Meeressäugetiere und Seevögel auf und ergänzt diese entsprechend den aktuellen europäischen und internationalen Berichtsanforderungen.

Da marine Wirbeltiere in den marinen Nahrungsnetzen meist hohe Trophieebenen einnehmen und gleichzeitig vielen verschiedenen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind, sind sie als Indikatoren für den allgemeinen Zustand der Meeresumwelt gut geeignet.

Erfassung von Schweinswalen und Seevögeln

Um die Bestandsgrößen und die räumlich-zeitliche Verteilung von Walen und Seevögeln zu erfassen, werden regelmäßige schiffs- und flugzeuggestützte Zählungen entlang vorher festgelegter Routen, so genannter Transekte, vorgenommen. Darüber hinaus werden in der Ostsee die Ortungslaute von Schweinswalen durch ein Netzwerk speziell dafür entwickelter Messgeräte erfasst. Durch statistische Verfahren, deren Weiterentwicklung derzeit aktiv vorangetrieben wird, lässt sich aus diesen Daten die räumlich-zeitliche Verteilung der erfassten Arten ableiten.
Das Monitoring per Flugzeug und per Schiff bedarf umfangreicher Planungen und ist zudem stark witterungsabhängig. Flüge und Schiffsausfahrten werden in verschiedenen Projektzeiträumen geplant und im Jahresverlauf an geeigneten Tagen in definierten Zeiträumen durchgeführt. Da sich die Methoden zum Monitoring der Meeressäugetiere und der Seevögel in Bezug zum Transektdesign, Beobachtungsgebiet und den dort genutzten Beobachtungszeiträumen nur in Teilen überschneiden, können Erfassungen derzeit nicht parallel durchgeführt werden.


Sterntaucher (Gavia stellata) in der Nordsee, Foto: Mathias Putze
Sterntaucher (Gavia stellata) in der Nordsee, Foto: Mathias Putze

Auswertung vorhandener Fischdaten

Das BfN führt aufgrund seiner eingeschränkten Zuständigkeiten kein eigenes Fischmonitoring durch. Zur Bewertung der relevanten Fisch- und Neunaugenarten (siehe FFH -, HELCOM- und OSPAR-Arten) werden aber die vorhandenen, regelmäßig erhobenen Datenbestände der Fischereiforschung ausgewertet. Vergleicht man die so gewonnenen Erkenntnisse mit denen früherer Jahre, können Bestandstrends ermittelt und sowohl positive wie auch negative Entwicklungen identifiziert werden. Auf dieser Basis können nationale und internationale Naturschutz- und Managementmaßnahmen wissenschaftlich begründet, geplant und umgesetzt werden.


Finte (Alosa fallax)
Finte (Alosa fallax), Zeichnungen: Henrike Seibel

Flussneunauge (Lampetra fluviatilis)
Flussneunauge (Lampetra fluviatilis), Zeichnungen: Henrike Seibel
Meerneunauge (Petromyzon marinus)
Meerneunauge (Petromyzon marinus), Zeichnungen: Henrike Seibel

Finte (Alosa fallax), Flussneunauge (Lampetra fluviatilis) und Meerneunauge  (Petromyzon marinus) gehören zu den so genannten Anhang II-Fischarten der FFH -Richtlinie. Zeichnungen: Henrike Seibel 

Infos zum Wirbeltier-Monitoring