Bundesamt für Naturschutz

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Antarktis-Vertragssystem AVS


Gruppe von Eselspinguinen (Pygoscelis papua) in der Antarktis. Foto: Wolfgang Dinter
Gruppe von Eselspinguinen (Pygoscelis papua) in der Antarktis. Foto: Wolfgang Dinter

Der antarktische Kontinent war lange Zeit die letzte große zusammenhängende Region der Erde, die vom Menschen noch weitgehend unbeeinflusst ist. Mit zunehmendem technischem Fortschritt nahm der Nutzungsdruck auf die Antarktis durch den Menschen zu und erforderte internationale Regelungen. Seit 1958 wurden im Rahmen des Antarktis-Vertragssystem (ATS) verschiedene völkerrechtliche Übereinkommen geschlossen, die für das Gebiet südlich 60° südlicher Breite die internationalen Beziehungen regeln. Das ursprüngliche Antarktisabkommen (AT) von 1959 stellt nationale Gebietsansprüche zurück, lässt die Nutzung der Antarktis nur für friedliche Zwecke zu und verbietet ausdrücklich alle Maßnahmen militärischer Art.

Schutz der antarktischen Umwelt

Adeliepinguine (Pygoscelis adeliae). Foto: Wolfgang Dinter
Adeliepinguine (Pygoscelis adeliae). Foto: Wolfgang Dinter
Südliche Skua (Stercorarius skua). Foto: Wolfgang Dinter
Südliche Skua (Stercorarius skua). Foto: Wolfgang Dinter

Neben dem Antarktisabkommen (AT) gehören das Übereinkommen zur Erhaltung der Antarktischen Robben (CCAS) von 1972, das Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) von 1980 und das Umweltschutzprotokoll zum Antarktisvertrag (PEPAT) von 1991 zum Antarktisvertragssystem (ATS). Insbesondere mit dem Umweltschutzprotokoll verpflichten sich die Mitgliedsstaaten zum umfassenden Schutz der antarktischen Umwelt und ihrer abhängigen und verbundenen Ökosysteme sowie zur Bewahrung der Antarktis als ein dem Frieden und der Wissenschaft gewidmetes Naturreservat. 

Das Steuerungsgremium des Antarktisvertrags ist das jährlich stattfindende Treffen der Vertragsstaaten (Antarctic Treaty Consultative Meeting, ATCM), bei dem entsprechende Empfehlungen vom Komitee für Umweltschutz (Committee for Environmental Protection) erarbeitet und als konkrete Maßnahmen für die Umsetzung des Vertragssystems vom ATCM verabschiedet werden.

Das BfN übernimmt die Bearbeitung naturschutzfachlicher Belange unter dem Umweltschutzprotokoll zum Antarktisvertrag durch entsprechende Stellungnahmen, betreut Forschungsvorhaben zur Klärung naturschutzfachlicher Probleme, ist in das Management von Schutzgebieten einbezogen und in internationalen Gremien zur Verwaltung der Antarktis vertreten. Für das "Übereinkommen über die Erhaltung der antarktischen Robben"(CCAS) ist das BfN die zuständige deutsche Vollzugsbehörde.


Eisberg in der Antarktis. Foto: BfN
Eisberg in der Antarktis. Foto: BfN

Karte

Karte der Antarktis und der umgebende südliche Ozean.