Bundesamt für Naturschutz

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OSPAR Konvention


Das OSPAR-Abkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks (Paris 1992) ersetzt die Übereinkommen von Oslo (1972) und Paris (1974). Das Konventionsgebiet umfasst den Nordostatlantik vom Nordpol über Grönland bis zu den Azoren sowie die gesamten west- und nordeuropäischen Küstengewässer einschließlich der Barentssee. 15 Staaten und die Europäische Union sind Mitglied des Übereinkommens. Zahlreiche Beobachtergruppen sind bei den Sitzungen zugelassen. Anders als zum Beispiel beim Helsinki- Abkommen können im Rahmen des Übereinkommens neben im Sinne des Völkerrechts "nur" verbindlichen Empfehlungen auch rechtsverbindliche Beschlüsse verabschiedet werden.

Schutz des Nordost-Atlantik

Heringsmöwen (Larus fuscus) bei der Balz. Foto: S.-E. Arndt
Heringsmöwen (Larus fuscus) bei der Balz. Foto: S.-E. Arndt
Tote Mannshand (Alcyonium digitatum) auf einem Nordsee-Riff. Foto: BfN
Tote Mannshand (Alcyonium digitatum) auf einem Nordsee-Riff. Foto: BfN

Seit 1998 schließt die Konvention durch die Annahme einer neuen Anlage (Anlage V über den Schutz und die Erhaltung der Ökosysteme und der biologischen Vielfalt des Meeresgebiets) den marinen Naturschutz ein, mit dem Ziel, auch menschliche Aktivitäten zu regeln, die das Ökosystem schädigen, aber nicht direkt mit dem Eintrag von Schadstoffen im Zusammenhang stehen . An der Entwicklung und dem Zustandekommen einer inhaltlichen Erweiterung des OSPAR-Übereinkommens um die Anlage V, die im August 2000 in Kraft trat, war Deutschland maßgeblich beteiligt. Damit wurde der marine Naturschutz einschließlich des Artenschutzes und der Einrichtung von Meeresschutzgebieten integraler Bestandteil des OSPAR-Übereinkommens.

Die OSPAR-Kommission ist das oberste Entscheidungs-gremium und besteht aus Regierungsvertretern der Vertragsstaaten sowie diversen Beobachtervertretern
 www.ospar.org. Sie trifft sich einmal pro Jahr. Darüber hinaus existieren mehrere ständige Arbeitsgruppen sowie zeitlich befristete Projektgruppen im Rahmen von OSPAR. Die naturschutzrelevanten Aufgaben werden von dem Komitee Biologische Vielfalt (BDC) wahrgenommen, in dem das BfN seit 1998 besonders aktiv ist und zum Beispiel die Arbeitsgruppen zum Aufbau eines OSPAR-weiten Netzwerkes von Meeresschutzgebieten leitet. Die Kommission und ihre Arbeitsgruppen erhalten wissenschaftliche und technische Unterstützung durch das OSPAR-Sekretariat, das in London angesiedelt ist.

Gemäß der Umsetzungsstrategie für Anlage V sind gefährdete Arten und Lebensräume zu identifizieren und notwendige Maßnahmen und Programme zu deren Schutz zu entwickeln. Darüber hinaus werden schwerpunktmäßig verschiedene menschliche Aktivitäten im Meeresbereich hinsichtlich möglicher negativer Auswirkungen auf Ökosysteme und die biologische Vielfalt bewertet sowie ggf. Maßnahmen und Programme zur Kontrolle dieser Aktivitäten und - soweit durchführbar - zur Wiederherstellung geschädigter Meereszonen entwickelt.

Karte

Karte: OSPAR Netzwerk von Meeresschutzgebieten im Nordostatlantik.

OSPAR Netzwerk von Meeresschutzgebieten im Nordostatlantik.
(Karte: Stand 07.2015)

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