Bundesamt für Naturschutz

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FFH-Arten


Kegelrobben (Halichoerus grypus) an der Wasserkante. Foto: A. Essenberger
Kegelrobben (Halichoerus grypus) an der Wasserkante. Foto: A. Essenberger

In der Ausschließlichen Wirtschaftzone (AWZ) der deutschen Meeresgebiete leben sieben Meeressäugetierarten und sechs Fischarten, die im Anhang II der FFH -Richtlinie aufgeführt sind. Von den Meeressäugetieren kommen allerdings nur Schweinswale, Kegelrobben und Seehunde in ausreichender Zahl vor, um für die Ausweisung von Schutzgebieten in Deutschland relevant zu sein.

Arten von gemeinschaft-lichem Interesse

Für diese Arten von gemeinschaftlichem Interesse trägt Deutschland eine besondere Verantwortung. Unter Berücksichtigung der jeweiligen ökologischen Ansprüche müssen die Maßnahmen in den Schutzgebieten den Fortbestand oder ggf. die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes für diese Tierarten gewährleisen (Artikel 3 FFH -RL).

Das bedeutet im Sinne des Artikel 1 der FFH -Richtlinie - vereinfacht ausgedrückt:


  • das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Arten muss erhalten bleiben,
  • ein genügend großer Lebensraum muss vorhanden sein, um langfristig ein Überleben der Populationen der jeweiligen Art zu sichern,
  • Gebiete müssen gesichert werden, die zentrale Bedeutung für das Leben und die Fortpflanzung der Tierarten haben, und
  • diese Gebiete sollen von menschlichen Aktivitäten nicht weiter negativ beeinträchtigt werden.

Zu diesem Zweck werden für die zu schützenden Arten Schutzgebiete im Sinne von NATURA 2000 eingerichtet, in denen nach Artikel 6 der FFH -Richtlinie entsprechende Maßnahmen rechtlicher, administrativer oder vertraglicher Art ergriffen werden müssen. So sind einerseits für die Schutzgebiete von jedem Mitgliedsstaat Erhaltungs- und Entwicklungsziele und -maßnahmen festzulegen, andererseits ist die Verschlechterung des Erhaltungszustandes, bzw. die Störung der Individuen zu vermeiden. Außerdem werden über die FFH -Richtlinie die Verträglichkeitsprüfung bei Plänen und Projekten, die möglicherweise das Gebiet beeinträchtigen könnten - wie zum Beispiel Sand- und Kiesabbaupläne - sowie das Verfahren im Falle eines Eingriffs geregelt.