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Methoden zur Erfassung von Nicht-Gebrauchswerten


Die Grafik zeigt die häufigsten Methoden zur Bewertung von Ökosystemleistungen. Zur Bewertung der Nicht-Gebrauchswerte dienen v.a. Zahlungsbereitschaftsanalysen, Benefit Transfer und Choice-Analysen. Diese drei Methoden können zudem zur Bewertung der Gebr

Nicht-Gebrauchswerte, wie der Wunsch, dass Arten und Lebensräume als "Wert an sich" erhalten bleiben sollen (Existenzwert) oder von den kommenden Generationen genutzt und erlebt werden können (Vermächtniswert), kann man derzeit im Wesentlichen nur durch direkte, repräsentative Befragungen ermitteln. Die wesentlichen Methoden sind die Zahlungsbereitschaftsanalyse (contingent valuation), bei der gefragt wird, auf wie viel Geld oder Einkommen der einzelne etwa in Form einer allgemein verbindlichen Landschaftspflegeabgabe maximal verzichten würde, damit Natur erhalten bleibt oder ein bestimmtes Naturschutzprogramm durchgeführt wird (siehe auch  Studienergebnisse), sowie die Choice Analyse, (z. B.  Schmitt et al. 2005) bei der den Befragten unterschiedliche Optionen über die Zukunft vorgelegt werden und man entscheiden muss, ob man diese Option jeweils befürwortet oder ablehnt. Jede Option beschreibt verschiedene, unterschiedliche Änderungen bezüglich der natürlichen Umwelt sowie eine einkommensrelevante Änderung, z. B. einen Zuschlag oder Abschlag bei der Einkommenssteuer.

Zur Validität dieser direkten Befragungsmethoden (stated preference methods) und den Möglichkeiten, ihre Validität zu verbessern und abzusichern, gibt es eine umfangreiche wissenschaftliche Literatur. Dennoch sind diese Methoden weiterhin nicht unumstritten. Es wird deshalb vorgeschlagen, zur Bewertung des Verlustes von Lebensräumen wildlebender Arten alternativ auch die Wiederherstellungs-kostenmethode zu verwenden (Schweppe-Kraft  2009 und  1998). Dies ist insbesondere dann nahe liegend, wenn das Ziel der Erhaltung der biologischen Vielfalt weithin gesellschaftlich akzeptiert, aber vielleicht rechtlich noch nicht soweit verankert ist, dass es auch in jedem Fall umgesetzt wird. Bei der Bewertung von Wiederherstellungskosten ist u. a. das Problem der Bewertung langer Wiederherstellungszeiträume maßgeblich.

Bei Befragungsmethoden lässt sich das Objekt, nach dem befragt wird, häufig nicht vollständig separieren. Deshalb ist es manchmal unklar, inwieweit sich Zahlungsbereitschaften für Naturschutz weitgehend auf Existenzwerte beziehen oder auch Freizeitnutzen oder auch noch weiter darüber hinaus gehende spezielle Funktionen der Natur, wie z. B. die Bereitstellung von sauberem Wasser umfassen. Je unspezifischer Befragungsmethoden eingesetzt werden, desto höher ist die Gefahr, dass es bei einer zusätzlichen Anwendung von weiteren Methoden zu Doppelzählungen kommen kann. Hierauf ist bei der Interpretation von Bewertungsergebnissen zu achten.

Weiter zu:
 Übertragung von Bewertungsergebnissen (Benefit Transfer)

Linktipps

TEEB-Studie
Die im Jahr 2010 präsentierte internationale TEEB-Studie (Die Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität) stellt Ansätze der Inwertsetzung von Ökosystemdienstleistungen vor und verdeutlicht die wirtschaftlichen Auswirkungen der Schädigung von Ökosystemen.
 zur TEEB-Homepage

 

Naturkapital Deutschland - TEEB DE
Zur Weiterentwicklung einer Erfassung und Bewertung der Leistungen von Ökosystemen und Biodiversität für Wirtschaft und Gesellschaft hat das BfN das  Kompetenzzentrum "Naturkapital Deutschland" eingerichtet. Eine wesentliche Aufgabe ist die fachliche Betreuung der  Studie "Naturkapital Deutschland - TEEB DE" als nationale Umsetzung der internationalen TEEB-Studie.

  

Im Jahr 2005 erschien das  Millennium Ecosystem Assessment, eine Studie der Vereinten Nationen, die einen systematischen Überblick über den Zustand von 24 wichtigen Ökosystemdienstleistungen bietet.

 

Einführung in die Bewertung von Ökosystemleistungen für Nicht-Ökonomen (englisch)
 zu Ecosystem Valuation


Letzte Änderung: 13.02.2014

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