Bundesamt für Naturschutz

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Vilm im Jahreslauf 2005

Großer Abendsegler
Blick in Baumkrone

Kuscheln auf Vilm?

November 2005: Niemand hat bisher nachgeschaut, ob der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) auf Vilm überwintert. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch groß, da der Große Abendsegler sein Winterquartier in Baumhöhlen sucht. Auf Vilm gibt es viele stattliche alte Bäume und in diesen eine große Anzahl an Höhlen. Also ein Paradies für die großen und beeindruckend schnittigen Fledermäuse. Sie "wandern" aus Skandinavien und Russland bis zu 2000 km nach Deutschland, um zu überwintern. In den Höhlen kuscheln sich mehrere hundert Tiere zusammen, damit es nicht zu kalt wird. Zwischendurch wachen sie nur kurz auf, um sich eine wärmere Position zu suchen. Auf Vilm stören nicht einmal Wissenschaftler ihren Winterschlaf. Die Insel genießt als Kernzone des Biosphärenreservates Süd-Ost Rügen einen sehr hohen Schutzstatus, weitere Maßnahmen erscheinen nicht notwendig.


Neue Dächer - Altes Handwerk


Arbeiter am Schilfrohrdach
Arbeiter am Schilfrohrdach
Arbeiter auf dem Schilfrohrdach
Schilfrohrlager
Schilfrohr wird gebunden
fertig gedecktes Haus mit Schilfrohrdach

Bisher haben die Tagungsgäste der Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm noch unter Dächern aus der Zeit von Ulbricht, Honecker und anderen Spitzenpolitikern der DDR genächtigt. Jetzt, nach 45 Jahren, werden die mit Schilf gedeckten Dächer - die übrigens in Mecklenburg-Vorpommern im Gegensatz zur Nordseeküste "Rohrdächer" und nicht "Reetdächer" genannt werden - erneuert. Die Haltbarkeit des aufgebrachten Schilfes beträgt 50 - 80 Jahre und hängt stark vom Wuchsort und der Witterung während des Wachstums ab. Das Schilf wird dazu im Winter, wenn die Halmfestigkeit am höchsten ist, auf dem Eis geschnitten. Das Schilfrohr ist ein idealer Baustoff. Es isoliert gegen Wärme im Sommer und Kälte im Winter und kann zur Entsorgung kompostiert werden.

Ein Nachteil ist die Brandgefahr. Im Mittelalter wurde in einigen Städten aus diesem Grund die Verwendung von Schilf als Dachmaterial per Erlass verboten. Damals war das Rohrdach die billigste und einfachste Art ein Dach zu decken.

Heute entstehen bei der Rohrbedachung vergleichsweise hohe Kosten. Gründe dafür sind die aufwändige Handarbeit bei der Verlegung und die hohe Brandschutzversicherung.


Zauberhafte Frühlingsgrüße - Anfassen Tabu


Bilck in den unbelaubten Wald
Buschwindröschen auf Waldboden

Buschwindröschen, Nahaufnahme

April 2005: Mit den Blüten des Buschwindröschens Anemone nemorosa beginnt der Frühling auf Vilm. Sie bilden die Vorhut der Frühblüher und nutzen das Frühjahrslicht im noch unbelaubten Wald. Der wissenschaftliche Name Anemone kommt von dem griechischen Wort für Wind. Der Ursprung der Bezeichnung kann in der Windanfälligkeit der Blume liegen oder auch in der griechischen Mythologie: Die eifersüchtige Ehefrau des Windgottes Zepfyr hat sich ihrer Nebenbuhlerin durch deren Verwandlung in eine Blume elegant entledigt. Diese sieht liebreizend aus, ist jedoch giftig. Der Kontakt mit dem giftigen Pflanzensaft kann zu Hautreizungen führen. Mancherorts galt das Buschwindröschen als Pflanze um böse Geister abzuwehren. Heute wird der Pflanzensaft in der homöopathischen Medizin zur Linderung von Menstruationsbeschwerden eingesetzt.


Winterimpressionen

März 2005: Verschneit und vereist vermittelt der Vilm den Eindruck von Abgeschiedenheit und Stille. Im Gegensatz zur Winterruhe an Land herrscht auf den Wasserflächen reges Treiben. Die überwinternden Zugvögel sammeln sich auf den eisfreien Wasserflächen. Durch die heller werdenden Tage angeregt beginnen viele Arten bereits mit der Balz. Darüber hinaus sorgt die eintretende Zugunruhe für ein lebhaftes Hin und Her.

Blick vom Boot auf die Wasserfläche
Zugvögel auf den eisfreien Wasserflächen


Panoramaaufnahme Zugvögel am Strand

Letzte Änderung: 02.01.2006

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