Bundesamt für Naturschutz

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Allgemein


Die Flächen der Übertragungsliste Nationales Naturerbe wurden nach folgenden Kategorien ausgewählt:


  • Das  Grüne Band als größter terrestrischer Biotopverbund in Deutschland.
  •  Nationalparke.
  • Die Fördergebiete der abgeschlossenen und laufenden  Naturschutzgroßprojekte des Bundes.
  • Die Kernzonen der  Biosphärenreservate bzw. die Naturschutz- und FFH -Gebiete in diesen Biosphärenreservaten.
  • Ehemalige militärische Übungsflächen mit einer Größe von mehr als 1.000 Hektar sowie Flächen zwischen 1.000 und 100 Hektar mit mehr als 20 % FFH -, SPA- oder NSG-Anteil.
  •  Naturschutzgebiete, die größer als 50 Hektar sind.
  •  Natura-2000-Gebiete ( FFH -/SPA-Gebiete).
  •  Bergbaufolgelandschaften mit einer Größe von mehr als 100 Hektar.
  • Flächen des  Biotopverbundes mit bundes- und landesweiter Bedeutung.
  • Flächen mit besonderer Bedeutung für den Artenschutz.

Insbesondere  militärische Übungsgelände sind wichtige Rückzugsgebiete für Arten mit großem Raum- und Ruheanspruch wie z. B. Seeadler oder Wolf, da es sich meist um großflächige, unzerschnittene und in weiten Teilen unberührte Lebensräume handelt. Die Areale wurden in der Regel nicht gedüngt und kaum anderweitig genutzt. Panzer, Granaten und periodische Flächenbrände haben offene Strukturen geschaffen und vielerorts Rohboden zurückgelassen - Standorte für Spezialisten nährstoffarmer, offener Lebensräume, die in der mitteleuropäischen Landschaft selten sind. Viele dieser Flächen werden nicht mehr militärisch genutzt. Schafe, Ziegen, Pferde oder Rinder halten heute mitunter solche Pionier-Lebensräume und Heiden offen. Andere Bereiche bleiben dagegen unberührt und entwickeln eine natürliche Eigendynamik.


Foto: W. Bromisch, Landschaftspflegeverband Mittelfranken
Przewalski-Hengste (Urwildpferde) auf der Naturerbefläche "Tennenlohe"

Naturschutzfachliche Zielstellungen für die Übertragungsflächen des Nationalen Naturerbes sind insbesondere


  • die Erhaltung und Entwicklung von Naturwäldern,
  • die Erhaltung und Entwicklung sowie die Pflege und Nutzung wertvoller, geschützter oder gefährdeter Offenlandökosysteme,
  • die Erhaltung und Entwicklung naturnaher Ufer-, Auen- und Gewässerbereiche (einschließlich Küstenüberflutungsräume) sowie von Mooren.

Foto: LPV Rügen e.V.
Buchenwald der Naturerbefläche "Stedar/Pulitz" auf Rügen

Dabei werden in Waldbereichen der Übertragungsflächen bisherige ökonomisch orientierte Nutzungskonzepte nicht fortgeführt. Höchste Priorität bei der zukünftigen Entwicklung der Waldbereiche im Nationalen Naturerbe hat die Naturwaldentwicklung (Prozessschutzflächen / Naturentwicklungsgebiete, in denen keine forstlichen Maßnahmen mehr stattfinden): bereits naturnahe Waldbereiche werden ohne weitere forstliche Maßnahmen unmittelbar dem Prozessschutz überlassen. In den übrigen Wäldern können kurz- bis mittelfristig noch Waldentwicklungsmaßnahmen durchgeführt werden, bevor sie der natürlichen Entwicklung überlassen werden. Maßnahmen in Waldbeständen, die durch bestimmte Nutzungen erhalten werden müssen (z. B. Niederwälder, Mittelwälder, Hutewälder) bleiben davon ebenso ausgenommen wie Verkehrssicherungsmaßnahmen.


Für die weitere Entwicklung sind nun vor allem die neuen Eigentümer verantwortlich: Sie legen in Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium und dem BfN Pflege- und Nutzungsstrategien sowie die konkrete Naturwaldentwicklung fest. Unter angemessener Berücksichtigung ökonomisch und sozial tragfähiger Rahmenbedingungen werden nunmehr Pflege- und Entwicklungspläne bzw. Leitbilder entwickelt (siehe auch  Nationales Naturerbe auf der BMUB-Homepage).


Nationales Naturerbe