Bundesamt für Naturschutz

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Sport und Erholung in Natura 2000 Gebieten


Bei vielen Sport, Freizeit- und Erholungstätigkeiten in Natura 2000-Gebieten kann in der Regel nicht von einer erheblichen Beeinträchtigung ausgegangen werden. Allerdings sind folgende Einschränkungen zu beachten:

  • Es dürfen keine Rechtsvorschriften entgegenstehen (z. B. Ver- und Gebote eines bestehenden Naturschutzgebietes),
  • die Regeln eines naturverträglichen Verhaltens müssen beim Sport beachtet werden (Kuratoriums-Veröffentlichung),
  • die Erhaltungsziele des Gebietes dürfen nicht erheblich beeinträchtigt werden.
  • der Erhaltungszustand der geschützten Lebensraumtypen und Arten darf sich nicht infolge der Nutzung verschlechtern

Ob eine Verträglichkeit der Aktivitäten mit den Natura 2000- Erhaltungszielen gegeben ist, hängt von vielen Faktoren ab. Hierzu zählen die ausgeübte Sportart oder Freizeitaktivität, die Anzahl der Erholungssuchenden, die Nutzungsintensität, die art- oder lebensraumspezifische Empfindlichkeit, die Vorbelastung und die Summe der ökologischen Wirkfaktoren in einem Gebiet. Im Rahmen der Studie   "Natura 2000 und nachhaltiger Tourismus in sensiblen Gebieten" (BfN-Skripten 134, 2005) wurden Empfehlungen erarbeitet, wie der Tourismus in Natura 2000-Gebieten nachhaltig entwickelt werden kann.

Managementpläne in den Gebieten sind eine Möglichkeit, vor Ort entsprechende Entwicklungen und ihre möglichen Effekte zu diskutieren und Probleme zu lösen. Da Sport, Freizeitaktivitäten und Tourismus in vielen Natura 2000-Gebieten zu den prägenden Nutzungen zählen, sollten Sportverbände ebenso wie Tourismusvertreter und je nach Betroffenheit auch einzelne Betriebe der Branche bei der Erarbeitung der Managementpläne durch Behörden und Planungsbüros beteiligt werden. Damit besteht die große Chance, dass durch die Mitarbeit der Betroffenen aus dem Bereich Landnutzung, Erholung, Tourismus und Sport ortsbezogene, flächenscharfe Maßnahmenvorschläge und Lösungen erarbeitet werden, die von allen mitgetragen werden können. Darüber hinaus kann durch die Kooperation das Verständnis und die Akzeptanz gegenüber den Erhaltungszielen der Richtlinien gestärkt werden. Ebenfalls finden dadurch die erforderlichen Maßnahmen für die Erhaltung und Entwicklung eines  günstigen Erhaltungszustands von Lebensräumen und Arten eine wirksame Unterstützung.

Wesentlicher Teil eines Besuchermanagements in einem Schutzgebiet ist die gezielte Lenkung von Erholungssuchenden, Sportlern und Touristen. Hierbei unterscheidet man verschiedene Strategien. Am häufigsten wird in Schutzgebieten die Zonierung angewandt, wobei die besonders störempfindlichen und schützenswerten Bereiche entsprechend gekennzeichnet, nicht durch Wege erschlossen und ihre Zugänglichkeit auch im Rahmen der großräumlichen Planung erschwert wird.

Im Rahmen eines F+E -Vorhabens wurde der Leitfaden  "Natura 2000/Sport und Tourismus" erarbeitet, der viele Hinweise und Praxisbeispiele zum Thema gibt.

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Letzte Änderung: 21.03.2011

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