Bundesamt für Naturschutz

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Bundeswasserstraßen

Nutzung von Gewässern als Bundeswasserstraßen und das Management von Natura 2000

In den Fließ- und Stillgewässern des Binnenlandes sowie den Küstengewässern und auf hoher See lebt eine Vielzahl von Organismen. Gleichzeitig sind bestimmte Teile dieser Gewässer für den Schiffsverkehr von bundesweiter Bedeutung und deshalb als  Bundeswasserstraßen ausgewiesen.

Die als Bundeswasserstraßen genutzten Flüsse und Kanäle in Deutschland erstrecken sich auf eine Gesamtlänge von etwa 6550 km. Diese Verkehrswege werden nach Gesichtspunkten der Leichtigkeit und Sicherheit des Verkehrs ausgebaut und unterhalten. Laufbegradigungen, Uferbefestigung, Leitwerke, Ausbaggerungen, Sedimentzugaben und weitere Maßnahmen bewirken vielfältige Veränderungen der Lebensräume hinsichtlich Wasserstandsschwankungen, Fließgeschwindigkeit sowie Fließrichtung des Grundwassers und der daran gebundenen Pflanzen- und Tierwelt.

Natürliche Fließgewässer-Aue-Ökosysteme zeichnen sich dagegen durch eine hohe Dynamik der Grund- und Oberflächenwasserstände aus. Damit verbunden sind Erosions- und Sedimentationsprozesse. Diese vielfältigen und häufig wechselnden Standorteigenschaften auf engstem Raum prägen die Flussauen und machen sie zu einem Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Diese Besonderheit des Lebensraums spiegelt sich auch in der Auswahl von FFH - und Vogelschutzgebieten wider.

Das Ziel einer nachhaltigen und naturverträglichen Nutzung der Bundeswasserstraßen muss es daher sein, Ausbau und Unterhaltung möglichst so zu steuern, dass ein hohes Mobilitätsniveau erreicht werden kann, ökonomische Ansprüche erfüllt werden können und die Belastungen für das Fließgewässer-Aue-Ökosystem möglichst gering gehalten werden. Der moderne Verkehrswasserbau und neuere Unterhaltungskonzepte berücksichtigen daher neben der Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs zunehmend auch ökologische Belange. Nicht zuletzt durch die Umsetzung der FFH -Richtlinie, der  Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) werden neue Anforderungen an die Wasserstraßenverwaltung, Wasser- und Naturschutzbehörden gestellt.

Jenseits der rechtlichen Vorgaben ist jedoch eine kreative und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen erforderlich.

Gute Praxisbeispiele für die Gewässernutzung von Bundeswasserstraßen und das Management von Natura 2000 (siehe  Broschüre Natura 2000 - Kooperation von Naturschutz und Nutzern) sind:

  • Uferrevitalisierung am Rhein zwischen Mainz und Bingen – Rückbau von Uferbefestigungen
  • Wasserstraßenunterhaltung an der Elbe im Biosphärenreservat Mittelelbe
  • Nationalpark Donau-Auen – Flussrevitalisierung und Wasserstraße östlich von Wien

Letzte Änderung: 21.03.2011

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