Bundesamt für Naturschutz

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Sand- und Kiesabbau


Schleppkopf-Saugbagger in der Nordsee, Foto: Hübner, Krause (BfN)
Schleppkopf-Saugbagger in der Nordsee, Foto: Hübner, Krause (BfN)

Jährlich werden Millionen Tonnen Sand und Kies als Rohstoffe benötigt. Doch an Land werden diese mineralischen Rohstoffe knapp, und unsere heimischen Meere sehen sich in ihrer Rolle als vermeidlich unerschöpfliche Sand- und Kieslieferanten einer ernsthaften Bedrohung ausgesetzt. Genehmigungen zum Sand- und Kiesabbau, die bereits vor der Identifikation und Meldung der Natura 2000-Gebiete erteilt wurden, führten dazu, dass selbst in diesen marinen Schutzgebieten in Nord- und Ostsee derzeit noch Sand und Kies abgebaut wird.


Benötigt werden die Rohstoffe vor allem im Straßenbau, zur Herstellung von Beton und Mörtel. Auch Maßnahmen im Rahmen des Küstenschutzes fordern massive Mengen an Sand, um Dünen, Strände und sogar ganze Inseln für die Zukunft zu erhalten. An der Ostseeküste betrifft dies weite Abschnitte beispielsweise der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. In der Nordsee gibt es das prominente Beispiel der Insel Sylt, deren Westseite jährlich durch Winterstürme stark abgetragen wird. Mehrere Millionen Tonnen Sand werden jedes Jahr aufs Neue dem Meer entnommen, um diese Orte und Küstenabschnitte zu erhalten.
Aber auch im Zusammenhang mit dem Bau von  Pipelines und Hafenausspülungen sowie bei der Instandhaltung von Fahrrinnen für die Schifffahrt kommt es zu groß angelegten Grabungen am Meeresboden. Allerdings dienen diese Baggerungen i.d.R. nicht der Rohstoffgewinnung.

Verfahren

Zwei verschiedene Verfahren werden zur Entnahme von Sand und Kies eingesetzt:

Beim stationären Abbau mit einem verankerten Stechkopf-Saugbagger werden riesige Löcher in den Meeresboden gegraben, die meist rund 10m tief werden und unter Umständen einen Durchmesser von 10-50 m haben können.

Das zweite Verfahren bedient sich zur flächigen Entnahme von Sedimenten eines sogenannten Hopperbaggers oder Schleppkopf-Saugbaggers. Ähnlich einem Staubsauger wird dieser über den Meeresboden gezogen und hinterlässt bis zu 2-4m breite und bis zu 0,5m tiefe Rinnen. Dieses ist das in deutschen Meeren üblicherweise angewandte Entnahmeverfahren.

Karte Nordsee

Zeigt die Karte der Natura 2000-Schutzgebiete sowie Sand- und Kiesabbaufelder in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der deutschen Nordsee. (Stand 10.2014)

Natura 2000-Schutzgebiete sowie Sand- und Kiesabbaufelder in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der deutschen Nordsee. (Stand 10.2014)

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Karte Ostsee

Zeigt die Karte der Natura 2000-Schutzgebiete sowie Sand- und Kiesabbaufelder in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der deutschen Ostsee. (Stand 10.2014)

Natura 2000-Schutzgebiete sowie Sand- und Kiesab-baufelder in der Ausschließ-lichen Wirtschaftszone (AWZ) der deutschen Ostsee. (Stand 10.2014)