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Das Vogelschutzgebiet Östliche Deutsche Bucht


 Transkript des Videos zum Vogelschutzgebiet Östliche Deutsche Bucht

Das Vogelschutzgebiet Östliche Deutsche Bucht ist für die Seevögel in der südlichen Nordsee von besonderer Bedeutung. Seine Unterschutzstellung dient der dauerhaften Erhaltung und Wiederherstellung dieses einzigartigen Meeresgebietes in seiner Funktion als Nahrungs-, Überwinterungs-, Mauser-, Durchzugs- und Rastgebiet für viele bedrohte Vogelarten. Dies gilt insbesondere für Sterntaucher, Prachttaucher, Zwergmöwe, Brand-, Fluss- und Küstenseeschwalbe (Anhang I - Arten) sowie für die regelmäßig auftretenden Zugvogelarten, besonders für Sturmmöwe, Heringsmöwe, Eissturmvogel, Basstölpel, Dreizehenmöwe, Trottellumme und Tordalk. In der Schutzgebietsverordnung werden umfangreiche Schutz- und Erhaltungsziele für diese Arten festgelegt.

Abgrenzung des Schutzgebietes

Basstölpel (Sula bassana) Foto: M. Merker (FTZ)
Basstölpel (Sula bassana) Foto: M. Merker (FTZ)

Die Abgrenzung des Vogelschutzgebietes folgt vor allem den Verbreitungsschwerpunkten der überwinternden Stern- und Prachttaucher. Die östliche und südliche Grenze verläuft an der 12 - Seemeilen - Zone (Küstenmeer) und grenzt unmittelbar an das Seevogelschutzgebiet Helgoland und an den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, beide sind als EU-Vogelschutzgebiete gemeldet.

Das Vogelschutzgebiet Östliche Deutsche Bucht überschneidet sich mit dem gemeldeten NATURA 2000 - Gebiet Sylter Außenriff und beinhaltet somit auch wichtige Sandbänke und Riffe, die Nahrungshabitate für die Seevögel darstellen.


Brandseeschwalbe (Sterna sandvicensis) Foto: S-E. Arndt
Brandseeschwalbe (Sterna sandvicensis) Foto: S-E. Arndt
Lachmöwe (Larus ridibundus) Foto: K. Wollny-Goerke
Lachmöwe (Larus ridibundus) Foto: K. Wollny-Goerke

Schlüsselarten im Schutzgebiet
Schlüsselarten Anzahl*
Sterntaucher 540 (w) 3.300 (f)
Prachttaucher 60 (w) 280 (f)
Flussseeschwalbe 240 (s) 900 (h)
Küstenseeschwalbe 190 (f) 650 (h)
Brandseeschwalbe 140 (s) 70 (h)
Zwergmöwe 330 (w) -
Sturmmöwe 7.800 (w) 1.700 (f)
Heringsmöwe 1.600 (s) 1.100 (h)
Mantelmöwe 200 (w) 501-1.000 (h)
Dreizehenmöwe 950 (w) 3.500 (s)
Basstölpel 230 (f) 110 (s)
Trottellumme 2.600 (f) 1.300 (w)

Wichtige Schutzziele

Zur Sicherung des Überlebens und der Vermehrung der genannten Vogelarten und zur Sicherung ihrer Lebensräume ist insbesondere erforderlich die Erhaltung und Wiederherstellung.


  1. des qualitativen und quantitativen Bestandes der Vogelarten mit dem Ziel der Erreichung eines günstigen Erhaltungszustandes unter Berücksichtigung der natürlichen Populationsdynamik und Bestandsentwicklung; Vogelarten mit einer negativen Bestandsentwicklung ihrer biogeographischen Population sind besonders zu berücksichtigen,
  2. der wesentlichen direkten und indirekten Nahrungsgrundlagen der Vogelarten, insbesondere natürlicher Bestandsdichten, Altersklassenverteilungen und Verbreitungsmuster der den Vogelarten als Nahrungsgrundlagen dienenden Organismen,
  3. der für das Gebiet charakteristischen erhöhten biologischen Produktivität an den vertikalen Frontenbildungen und der geo-hydromorphologischen Beschaffenheiten mit ihren artspezifischen ökologischen Funktionen und Wirkungen,
  4. unzerschnittener Lebensräume im Naturschutzgebiet mit ihren jeweiligen artspezifischen ökologischen Funktionen, räumlichen Wechselbeziehungen sowie des ungehinderten Zugangs zu angrenzenden und benachbarten Meeresbereichen,
  5. der natürlichen Qualität der Lebensräume, insbesondere ihre Bewahrung vor Verschmutzungen und Beeinträchtigungen sowie der Schutz der Vogelbestände vor erheblichen Belästigungen.

Bedeutung des Schutzgebietes für Stern- und Prachttaucher

Sterntaucher (Gavia stellata) Foto: S-E. Arndt
Sterntaucher (Gavia stellata) Foto: S-E. Arndt
Prachttaucher (Gavia arctica) Foto: S-E. Arndt
Prachttaucher (Gavia arctica) Foto: S-E. Arndt

Stern- und Prachttaucher brüten im Sommer in Skandinavien. Von dort ziehen sie im Herbst nach Süden und überwintern von Anfang November bis Anfang März auch in deutschen Meeresgebieten. Das Vogelschutzgebiet Östliche Deutsche Bucht sichert die wichtigsten Flächen ihres Überwinterungsgebietes in der deutschen Nordsee. Hier sind sie in großer Anzahl im späten Winter bis in das Frühjahr (01.03. - 15.05.) hinein zu beobachten und fressen sich wieder ausreichend Fettreserven für ihren Rückzug in die nordischen Brutgebiete an.


Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) Foto: S-E. Arndt
Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) Foto: S-E. Arndt
Trottellumme (Uria aalge) Foto: S-E. Arndt
Trottellumme (Uria aalge) Foto: S-E. Arndt

Natura 2000-Gebiete in der AWZ der deutschen Nordsee:

 

 Nordsee

 Doggerbank

 Sylter Außenriff

 Borkum-Riffgrund

Östliche Deutsche Bucht

Karte Nordsee

Zeigt die Karte Nature 2000-Schutzgebiete nach FFH-Richtlinie und EU-Vogelschutzrichtlinie im Hoheitsbereich und in der deutschen AWZ der Nordsee.

Natura 2000-Schutzgebiete nach FFH -Richtlinie und EU-Vogelschutzrichtlinie im Hoheitsbereich und in der deutschen AWZ der Nordsee.
(Karte: Stand 04.2016)
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Zeigt die Grafik Natura 2000-Schutzgebiete in der deutschen AWZ der Nordsee mit Darstellung des Meeresbodens. Grafik: C.Terstegge

Natura 2000-Schutzgebiete in der deutschen AWZ der Nordsee mit Darstellung des Meeresbodens.
(Karte: Stand 07.2011)
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Downloads zur Östlichen Deutsche Bucht

 Standard-Datenbogen SPA Östliche Deutsche Bucht (