Bundesamt für Naturschutz

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Marines Monitoring


Grundlage für Maßnahmen im Naturschutz ist das Wissen um den Zustand der Ökosysteme und dessen Veränderungen. Dieses Wissen wird durch die langfristige und systematische Beobachtung von Natur und Landschaft, von Arten und Lebensräumen (= Monitoring) erlangt.

Meeresmonitoring liefert wichtige Daten

Durch ein gutes Meeresmonitoringprogramm lassen sich negative Entwicklungen der marinen biologischen Vielfalt zuverlässig und frühzeitig erkennen und zielgerichtete Maßnahmen ergreifen, um ihnen entgegenzuwirken. Vielfach können anhand von Monitoringdaten spezifische Auswirkungen von konkreten menschlichen Aktivitäten auf die biologische Vielfalt im Meer identifiziert werden.

So liefert z.B. das gemäß FFH -Richtlinie durchzuführende Monitoring mariner Lebensraumtypen und Arten Daten zum Erhaltungszustand von benthischer Lebensräumen sowie von Tier- und Pflanzenpopulationen, indem deren Verbreitung und Vorkommen, Struktur und Funktionen bzw. Habitatqualität, sowie Trends und Gefährdungen erfasst werden. Ziel ist es, den Zustand anhand festgelegter  Kriterien zu bewerten. Je nach Einschätzung der Ergebnisse bilden die Bewertungen dann die Grundlage für die Einleitung von Schutzmaßnahmen. Deren Wirksamkeit wird wiederum erneut anhand von Monitoringdaten evaluiert (s. Abb.).

Für die Bewertung des Erfolges von Schutzmaßnahmen und Programmen zur ökosystemgerechten und nachhaltigen Nutzung werden z.T. spezifisch entwickelte Indikatoren verwendet, so zum Beispiel die unter OSPAR entwickelten EcoQOs (Ecological Quality Objectives), die stellvertretend für das System als Zustandsanzeiger fungieren.

Zuständigkeit bei Bund und Land

Für den Naturschutz im Küstenmeer sind die Küstenbundesländer zuständig. Im Bereich der Ausschließlichen Wirtschaftszone liegt die Zuständigkeit hingegen beim Bund, da die Bundesrepublik Deutschland in diesen zwischen 12 und 200 sm von der Küstenbasislinie gelegenen Meeresgebieten aufgrund des Seerechtsübereinkommens (SRÜ) nur über eingeschränkte souveräne Hoheitsrechte verfügt. Hier wird der Meeresnaturschutz durch das Bundesumweltministerium (BMUB) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) vertreten. Neben anderen naturschutzfachlichen Verpflichtungen ist das Monitoring und die Bewertung des Erhaltungszustands geschützter Arten und Lebensräume elementarer Bestandteil dieser Schutzaufgaben.
Grundsätzlich gilt: wer für den Schutz von Gebieten zuständig ist, hat auch Management- und Monitoringpflichten, ohne die eine wirksame Schutzgebietsverwaltung und -kontrolle nicht möglich wären.

 

Im Download:

 

 Monitoring von marinen Säugetieren 2014 in der deutschen Nord- und Ostsee - A. Visuelle Erfassung von Schweinswalen - B. Akustisches Monitoring von Schweinswalen in der Ostsee (3,2 MB, barrierefrei)

 Seevogel-Monitoring 2014 in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee (8,1 MB, barrierefrei)

 Aktuelle Monitoringberichte zu Benthischen Lebensgemeinschaften, Seevögeln und Marinen Säugetieren.

Seevögel Monitoringbericht 2014