Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftsplanung und europarechtliche Instrumente des Natur- und Umweltschutzes (insbesondere Natura 2000, SUP, WRRL)


Der Katalog der Inhalte der Landschaftsplanung wurde auch mit Blick auf die Unterstützung der Umsetzung von europarechtlichen Anforderungen erweitert. So werden z. B. Angaben über Erfordernisse und Maßnahmen zum Aufbau und Schutz des Netzes "Natura 2000" nunmehr ausdrücklich als Bestandteil von Landschaftsprogrammen, Landschaftsrahmenplänen und Landschaftsplänen benannt. Insbesondere können damit Grundlagen zur Erfüllung der sich aus Artikel 6 Abs. 1 und 2 und Art. 10 der FFH -Richtlinie ergebenden Verpflichtungen (u.a. Entwicklungspläne, Vermeidungsmaßnahmen, Verbindungselemente) geliefert und deren Umsetzung planerisch-konzeptionell unterstützt werden.


Naturschutzgebiet Papitzer Lachen

Die Umsetzung der Richtlinie über die Prüfung der Umweltauswirkungen bestimmter Pläne und Programme in bundesdeutsches Recht sowie ihre materielle Ausgestaltung bieten ebenfalls vielfältige Anknüpfungspunkte zur Landschaftsplanung. Aufgrund inhaltlicher Schnittmengen von Landschaftsplanung und dem nach UVPG erforderlichen Umweltbericht besteht die Möglichkeit, die Landschaftsplanung zu nutzen, um bei der Aufstellung und Fortschreibung von Regionalplänen, Bauleitplänen und Fachplänen Teile der SUP vorzubereiten oder auch zu übernehmen. Damit wird die SUP einfacher, schneller und kostengünstiger in das vorhandene Planungssystem einzubinden und durchzuführen sein.



Schwarza

Mit der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in nationales Recht ist die Wasserwirtschaft künftig nicht nur einem gewässerökologischen sondern einem gesamtheitlichen ökologischen Ansatz verpflichtet. Die Umsetzung über Maßnahmenprogrammen und Bewirtschaftungsplänen wird eine hohe Verbindlichkeit dieser Planungsinstrumente mit sich bringen. Hierbei können die Landschaftspläne der verschiedenen Ebenen entscheidende Unterstützung bieten. Im Rahmen der Landschaftsplanung kann


  • die Funktion der planerischen Untersetzung der Ziele des Naturschutzes für die Auen,
  • die Aufgabe der Formulierung konkret flächenbezogener Erfordernisse und Maßnahmen mit Bezug zum Auenschutz,
  • die Koordination der Bewirtschaftungs- und Maßnahmenplanung mit anderen Naturschutzbelangen bei der Erstellung integrierter Leitbilder und Entwicklungskonzeptionen und
  • den Transport der einzugsgebietsbezogenen Zielaussagen in die Abwägungsentscheidungen der räumlichen Gesamtplanung

übernommen werden. Darüber hinaus werden mit der Internalisierung externer Kosten finanzielle Mittel für die Umsetzung von Maßnahmen zur Verfügung stehen, die auch für die Umsetzung von landschaftspflegerischen Maßnahmen genutzt werden können. Bei der Erstellung von Ziel- und Maßnahmenkonzepten und deren Umsetzung bietet sich eine arbeitsteilige Zusammenarbeit der für die Landschaftsplanung und die wasserwirtschaftliche Planung verantwortlichen Institutionen an.

Letzte Änderung: 22.01.2013

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