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Innerdeutsches Grünes Band


Im Schatten der ehemaligen Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland konnte sich die Natur weitgehend ungestört entwickeln. Gleich nach dem Fall der Grenze im Jahr 1989 hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein erstes Treffen ost- und westdeutscher Naturschützer organisiert, bei dem in einer gemeinsam verabschiedeten Deklaration der Begriff "Grünes Band" geprägt wurde.

Dies war die Geburtsstunde des „Grünen Bandes“, das sich bis heute zu einem Naturschutzprojekt entwickelt hat, an dem zahlreiche behördliche und verbandliche Vertreter des Naturschutzes engagiert sind und inzwischen seit 25 Jahren erfolgreich zusammenarbeiten.


Aktuell: Jubiläum 25 Jahre Grünes Band Deutschland

Pressefahrt 25 Jahre Grünes Band Deutschland - eine Station an den Brietzer Teichen in Sachsen-Anhalt (© BUND-Projektbüro Grünes Band)
Ein Gruppenbild mit Banner "25 Jahre Grünes Band Deutschland" an den Brietzer Teichen in Sachsen-Anhalt anlässlich der Pressefahrt.

Anlässlich des Jubiläums "25 Jahre Grünes Band Deutschland" veranstalteten der BUND und das BfN vom 24.-27. Juni 2014 im Rahmen des Projektes Lückenschluss Grünes Band eine gemeinsame  Pressefahrt entlang des Grünen Bandes von der Lenzener Elbtalaue über die Altmark, die Südharzer Karstlandschaft, das Werrabergland bis in das Grabfeld. Bei dieser Pressefahrt wurden neben wertvollen intakten Bereichen des Grünen Bandes auch Lücken in diesem gezeigt und Ansätze zu deren Schließung vorgestellt, mit dem Ziel einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, dass sich ein Lückenschluss im Grünen Band lohnt und wie dieser gestaltet werden kann.

Im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe finden vom 03.-05.Oktober 2014 die 7. Norddeutschen Naturschutztage statt, die dieses Jahr dem Grünen Band gewidmet sind. Das Besucher- und Tagungszentrum Burg Lenzen lädt am 03. Oktober zu einer  Festveranstaltung sowie zu Vorträgen und Workshops zum Jubiläum „25 Jahre Grünes Band“ ein.

Darüber hinaus finden im Jubiläumsjahr 2014 zahlreiche weitere  Veranstaltungen zum Grünen Band statt, so z.B. Vorträge, Ausstellungen, Bootsfahrten u.v.m.


Das Grüne Band in Deutschland

Logo "Grünes Band Deutschland"

Entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens konnte sich die Natur über Jahrzehnte ungestört entwickeln. Dies betraf nicht nur den eigentlichen Grenzstreifen, sondern aufgrund der Abgeschiedenheit häufig auch große angrenzende Bereiche. Das Grüne Band durchzieht wie eine Perlenschnur im Wechsel großräumig wertvolle Gebiete und ausgeräumte, intensiv genutzte Agrarlandschaften wie z.B. die Börden.

Es bildet somit eine wichtige Achse des  länderübergreifenden Biotopverbunds in Deutschland. Sie verbindet insbesondere verschiedene vor allem extensiv genutzte Offenland-Biotoptypen, die darin im Wechsel mit Fließ- und Standgewässern sowie Pionier-, Misch- und Nadelwäldern vorkommen.

Grünes Band im Großen Bruch, Sachsen-Anhalt, Foto: K. Leidorf
Ein Foto vom Grünen Band im Großen Bruch, Sachsen-Anhalt, Foto: K. Leidorf

Lebensraum Grünes Band

Im Jahr 2012 wurden 63,3 % der Fläche des Grünen Bandes und sogar 76,4 % der Offenlandfläche im Grünen Band von gefährdeten Biotoptypen eingenommen (Kategorien 1-3 der Roten Liste der Biotoptypen Deutschlands von 2006).

Das Grüne Band ist zudem Lebensraum von über 1.200 gefährdeten Tier und Pflanzenarten.

In den ausgeräumten intensiv genutzten Agrarlandschaften hat es oft als einziges verbliebenes Rückzugsgebiet für eine große Zahl störungsempfindlicher und bedrohter Tier- und Pflanzenarten eine wichtige Funktion.

Nutzungskonflikte

Andererseits sind jedoch rund 13 % der Fläche des Grünen Bandes durch die Nutzung als Intensivgrünland, Äcker, bebaute Bereiche, Aufforstungen, Abgrabungen oder für Aufschüttungen beeinträchtigt oder zerstört. Obwohl sich der Naturschutz schon lange für das Grüne Band engagiert, waren 2012 erst ca. 68 % des Grünen Bandes als Naturschutzgebiet, Nationalpark, Biosphärenreservat oder Natura 2000 Gebiet geschützt. Die restliche Fläche unterliegt bisher keinem ausreichenden Schutz.

Dies ist insofern von Bedeutung, als sich ein erheblicher Teil der Fläche des Grünen Bandes in Privatbesitz befindet und dort häufig Nutzungsinteressen gegenüber Naturschutzanliegen Vorrang haben.

Maßnahmen zur Sicherung

Autobahnanschlussstelle der A 73 im Bereich des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens (Grünes Band) südlich von Eisfeld (TH), Foto: U. Riecken
Blick auf die Autobahnanschlussstelle der A 73 im Bereich des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens (Grünes Band) südlich von Eisfeld (TH), Foto: U. Riecken

Daher ist eine vollständigere rechtliche Sicherung des Grünen Bandes dringend geboten, um dessen weitere Zerschneidung und Zerstörung zu verhindern. Zudem ist in vielen Bereichen die Durchführung von Managementmaßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung des Grünen Bandes unerlässlich, um seinen naturschutzfachlichen Wert zu erhalten. Dies erfordert eine gute Zusammenarbeit mit Landwirtschaft, Forst, Wasserbau und anderen Sektoren.

Dabei ist zur Sicherung und Entwicklung des Grünen Bandes schon viel erreicht worden, seitdem im Rahmen eines   E+E -Vorhabens "Bestandsaufnahme Grünes Band" in den Jahren 2001 und 2002 der hohe naturschutzfachliche Wert des Grünen Bandes anhand seines besonderen Reichtums an großenteils gefährdeten Arten und Lebensräumen sowie seiner besonderen Funktion für den Biotopverbund erstmals nachgewiesen werden konnte. Damals wurde der Handlungsbedarf auf vielen politischen und praktischen Ebenen aufgezeigt und Anhaltspunkte für konkrete Projekte gegeben.



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Letzte Änderung: 14.06.2013

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