Bundesamt für Naturschutz

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Workshop "Biosphärenreservate in Afrika"

Erfolgversprechendes Instrument für nachhaltige Entwicklung




Datum und Ort

Datum: Montag, 3. Dezember 2012, 10-17 Uhr

Ort: Bundesamt für Naturschutz, Konstantinstraße 110, 53179 Bonn


Hintergrund

 Biosphärenreservate (BR) sind Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. Biosphärenreservat ist eine internationale Schutzgebietskategorie, die das Leben und Wirtschaften des Menschen im Einklang mit der Natur in den Mittelpunkt stellt. Der Erhalt von biologischer Vielfalt und von Ökosystemleistungen durch eine landschaftlich und ökologisch angepasste Nutzung soll einhergehen mit gerechten Beteiligungsverfahren relevanter Akteure und sozialer Entwicklung für die Menschen vor Ort. Biosphärenreservate müssen von der kommunalen Politik und der Zivilgesellschaft einhellig unterstützt und von der Regierung nominiert werden. Bei Erfüllung eines anspruchsvollen Kriterienkatalogs werden sie von der   UNESCO im Rahmen ihres  Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) anerkannt. Seit dem Programmstart 1971 wurden weltweit 610 Regionen in das Weltnetz der Biosphärenreservate (WNBR) aufgenommen.

In Deutschland setzen Biosphärenreservate wichtige Akzente für die Entwicklung eines zukunftsfähigen Miteinanders von Mensch und Natur. Die hier gemachten wertvollen Erfahrungen sind ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung des MAB-Programms weltweit. Biosphärenreservate werden ein immer wichtigerer Bestandteil des Handlungsfeldes Biodiversität und Tropenwald der deutschen Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit unter Federführung des  BMZ. Im Rahmen u.a. der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) und des UFOPLAN engagiert sich in diesem Bereich ebenfalls das  BMU in Kooperation mit dem BfN. Die deutsche Bundesregierung, insbesondere in enger Kooperation zwischen BMZ und BMU, unterstützt Partnerländer in ihren Anstrengungen für die Entwicklung und das nachhaltige Management von Biosphärenreservaten. Diese Leistungen werden insbesondere durch die  GIZ sowie die  KfW Entwicklungsbank implementiert und durch die  DUK als Deutschlands Mittlerorganisation für multilaterale Politik in den Programmbereichen der UNESCO unterstützt.

Biosphärenreservate sind ein erfolgreiches Instrument für nachhaltiges Wirtschaften, ländliche Entwicklung, transdisziplinäre Forschung und den Erhalt von Biodiversität und Ökosystemleistungen. Aufgrund ihrer Zielsetzung und Struktur sind Biosphärenreservate im Sinne eines integrativen Naturschutzes und im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) geeignet, eine Schlüsselrolle für nachhaltige Entwicklung und Armutsminderung im ländlichen Afrika zu spielen. Zurzeit gibt es in Afrika 81 von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservate (davon 64 in Subsahara-Afrika, 17 in Nordafrika) – zugleich gibt es zahlreiche Initiativen zur Einrichtung neuer Biosphärenreservate sowie vielfältige „Biosphärenreservats-fähige“ Konstellationen. Allerdings können aufgrund mangelnder Ressourcen und/oder Kapazitäten viele der afrikanischen Partnerländer und bestehenden Biosphärenreservats-Institutionen das Potenzial des Programms „Der Mensch und Biosphäre“ sowohl in bereits anerkannten als auch in potenziellen Biosphärenreservaten nur unzureichend ausschöpfen.


Ziele des Workshops

Zentrales Ziel der Veranstaltung ist es, das Konzept der BR im Hinblick auf deren Potenzial für die Gestaltung nachhaltiger Entwicklung in Afrika zu diskutieren und über einen Erfahrungsaustausch zur Umsetzung des BR-Ansatzes in Afrika und der Identifizierung von Good Practices, die im Rahmen der deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit gemacht werden, beizutragen. Dies schließt folgende Unterziele ein:

  • Das Konzept von BR bekannter machen und insbesondere das Potenzial von BR als Ansatz für nachhaltige Regionalentwicklung, zur Armutsminderung und für den Erhalt von Biodiversität und Ökosystemleistungen verdeutlichen;
  • Die entwicklungspolitische Relevanz von BR im Rahmen der deutschen EZ aufzeigen;
  • Möglichkeiten der öffentlichen Hand zur Unterstützung der Zusammenarbeit deutscher Akteure mit afrikanischen BR vorstellen;
  • Den Mehrwert von BR im Vergleich zu anderen Schutzgebietskonzepten aufzeigen;
  • Good Practices diskutieren, in denen BR als Ergebnis von Forschungsprojekten deren Wirkungen langfristig sichern konnten;
  • Deutsche Akteure vernetzen und Kooperationen mit afrikanischen BR anregen bzw. festigen;
  • Weiteren Informationsbedarf bei den Akteuren und Hindernisse in der Zusammenarbeit mit BR erkennen.

Zielgruppe

Zielgruppe der Veranstaltung sind deutsche Akteure von staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen aus den Bereichen Verwaltung, Förderung, Umsetzung und Forschung. Dies schließt u.a. operative und fördernde Stiftungen, entwicklungspolitische NGOs , MAB-Akteure und Forschungsinstitute ein, welche in den Feldern Entwicklungszusammenarbeit, Naturschutz, Regionalentwicklung und Landnutzung bereits mit afrikanischen Partnern zusammenarbeiten oder erwägen, dies künftig zu tun. Gemeinsames Ziel dieser Zielgruppe ist, eine nachhaltige Entwicklung in Afrika zu fördern. Gemeinsames Interesse soll sein oder werden, dabei Biosphärenreservate als Instrument zu nutzen.


Programm

Programm
Beginn Titel Referent (Organisation)
09:00 Teilnehmerregistrierung
Session I ERÖFFNUNG
10:00  Begrüßung und Einführung in den Workshop Prof. Dr. Beate Jessel (BfN)
Session II THEMATISCHE EINFÜHRUNG Moderation: Prof. Dr. Walter Erdelen ( UNESCO a.D.)
10:20  Das UNESCO MAB-Programm und das Biosphärenreservats-Konzept Prof. Dr. Hubert Job (deutsches MAB-Nationalkomitee/ Universität Würzburg)
10:40  Biosphärenreservate in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit Heiko Warnken (BMZ)
11:00  Biodiversitätsprojekte im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative Nicola Breier (BMU)
11:20 Pause
11:40  Biosphärenreservate in Afrika Dr. Lutz Möller (DUK) und
Florian Carius (BfN)
Session III GOOD PRACTICE BEISPIELE Moderation:
Prof. Dr. Susanne Stoll-Kleemann
(Universität Greifswald)
12:00  Initiierung und Nominierung eines Biosphärenreservats am Beispiel Yayu (Äthiopien) Dr. Franz Gatzweiler
(ZEF Universität Bonn)
12:15  Initiierung und Aufbau eines Biosphärenreservats am Beispiel Tanasee (Äthiopien) Friedrich zur Heide
(Michael Succow Stiftung)
12:30 Mittagspause
13:30  Podiumsdiskussion: Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit afrikanischen Biosphärenreservaten Augustin Berghöfer (Helmholtz Umweltforschungszentrum),
Dr. Ralph Kadel
(KfW Entwicklungsbank),
Dr. Mitslal Kifleyesus-Matschie (Ecopia),
Dr. Doris Pokorny (Biosphärenreservat Rhön)
Session IV WEGE FÜR EINE STÄRKUNG AFRIKANISCHER BIOSPHÄRENRESERVATE Moderation:
Dr. Lutz Möller (DUK)
14:30  World Café Tisch-Gastgeber:
Walter Kemkes (Biosphärenreservat Bliesgau),
Armin Kullmann (BioRegio-Institut),
Prof. Dr. Michael Mühlenberg (Universität Göttingen),
Dr. Heinz Peters (Welthungerhilfe),
Mark Schauer (GIZ),
Dr. Eick von Ruschkowski (Universität Hannover)
15:00 Pause
15:15 Fortsetzung World Café
Session V ABSCHLUSS DER VERANSTALTUNG
16:30  Zusammenfassung der Ergebnisse, Fazit, Ausblick Dr. Bettina Hedden-Dunkhorst (BfN)
17:00 Ende des offiziellen Teils der Veranstaltung und Gelegenheit zum weiteren informellen Austausch

Ansprechpartner

Fachgebiet I 2.3 Internationaler Naturschutz
Kontakt:  Florian Carius


Letzte Änderung: 01.04.2013

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