Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Projektsteckbrief Umweltbildung Bukit Tigapuluh

Umweltbildung für Bukit Tigapuluh


Hintergrund:

Blick über den Bukit Tigapuluh Nationalpark auf Sumatra, Indonesien (Bildautor: ZGF)
Der Bukit Tigapuluh Nationalpark auf Sumatra, Indonesien

Die indonesische Insel Sumatra gehört zu einem der  Biodiversitäts-Hotspots der Erde. Auf der artenreichen Insel befindet sich der Nationalpark Bukit Tigapuluh, der mit den ihn umgebenden Wäldern mit 450.000 ha den größten Tieflandregenwald der Insel darstellt. Der Anteil endemischer Arten ist im Nationalpark besonders hoch. Bedrohte Spezies wie der Sumatra Tiger, der Sumatra Orang-Utan, Waldelefanten und Tapire, die vielerorts bereits ausgerottet wurden, leben noch im Ökosystem des Bukit Tigapuluh. Vor allem für den Sumatra Orang-Utan bietet der Tieflandregenwald aufgrund seiner Fruchtbaum-Bestände den einzig möglichen, natürlichen, Lebensraum. Durch die voranschreitende Rodung der Waldflächen für die Ölpalmen- und Papierproduktion, illegalen Holzeinschlag und Wildtierdiebe wurden die Waldflächen auf Sumatra innerhalb von 20 Jahren um 70% minimiert. Durch den Verlust ihrer Lebensräume sank auch der Bestand der wilden Tierarten in den letzten Jahrzehnten drastisch. Nur der Nationalpark besteht noch aus unangetastetem Primärwald, in welchem die Orang-Utans leben. Dieser wird durch Pufferzonen geschützt, die eine nachhaltige Nutzung erlauben und die den Lebensraum der lokalen Bevölkerung und der Tiger und Elefanten darstellen. Außerhalb dieser Pufferzonen wurde der Wald weitestgehend zerstört und die Flächen in Plantagen umgewandelt.

Durch die Nutzung der Pufferzone durch die Bevölkerung vor Ort und die großen Streifgebiete der Wildtiere ist das Konfliktpotential sehr hoch. Diese Konflikte erhöhen sich, je weiter die Pufferzone durch Entwaldung schrumpft.


Das Engagement der ZGF zur Wiederansiedlung von Sumatra-Orang-Utans im Nationalpark

Durch ein  Wiederansiedlungsprojekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt konnte der Orang-Utan-Bestand in den letzten Jahren wieder vergrößert werden. Es wurden sogar bereits Jungtiere geboren. Die neu ausgewilderten Tiere benötigen jedoch aufgrund einer langen Gewöhnungszeit besonderen Schutz. Stresssituationen durch Rodungsarbeiten oder Konflikte mit der Bevölkerung in den Randzonen, die zum Teil mit der Verletzung oder gar Tötung der Tiere enden, sind dabei mehr als hinderlich. Aber auch die anderen seltenen Tier- und Pflanzenarten sind auf Schutz durch Flächenaufkauf und -sperrung, Rangerarbeit, und Monitoring angewiesen. Damit diese Maßnahmen langfristig erfolgreich sein können, musste jedoch vor allem das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Umwelt- und Naturschutz bei den Bewohnern des Gebiets verbessert werden.


Das Projekt:

Umweltbildung für Schulkinder durch Spiele und Theater (Bildautorin: Antje Müllner)

Ziel des Projektes „Umweltbildung für Bukit Tigapuluh“ war es, die Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren in der Pufferzone um den Nationalpark Bukit Tigapuluh zu minimieren und deren Zusammenleben zu fördern. Das Wohlergehen der lokalen Bevölkerung sowie das intakte Ökosystem mit seinem spezifischen Artenvorkommen sollten gleichermaßen im Mittelpunkt des Vorhabens stehen. Die Bewohner sollten verstehen, warum die Natur schützenswert ist und dass sie maßgeblich zum Schutz beitragen können. Ihre Kenntnis über bestehende Gesetze bezüglich Schutz und Nutzung sollte deutlich verbessert werden, ebenso wie das Verständnis ökologischer Zusammenhänge. Dafür wurde ein Umweltbildungs- programm, eine sogenannte „Mobile Education Unit“, entwickelt. Junges einheimisches Lehrpersonal besuchte die Dörfer rund um den Nationalpark mit einem auf verschiedene Altersgruppen zugeschnittenen Programm.


Kindergruppe nach einer Info-Veranstaltung zu Elefanten (Bildautorin: Farika Pandji)

Vor allem Schulkinder wurden mittels Spielen, Malwettbewerben und Puppentheater über den Wald und die bedrohten Tierarten informiert. Aber auch für die Erwachsenen wurde dadurch eine Plattform geschaffen, über die sie ihre Probleme mit Wildtieren kommunizieren konnten. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die Sorgen bezüglich der direkten Gefahr durch Wildtiere, wie zum Beispiel durch Angriffe durch Tiger, und der indirekten Gefahr, wie zum Beispiel Ernteausfälle durch Elefanten. In Gesprächsrunden konnte der lokalen Bevölkerung verdeutlicht werden, dass die Übernutzung und Zerstörung des Waldes die Gründe für die Konflikte mit wilden Tieren und auch für den Verlust ihres eigenen Lebensraumes darstellen. Dadurch konnte die Toleranz der Menschen gegenüber Wildtieren erheblich verbessert werden.



Projektinformation:

Projektlaufzeit: 2008-2010

Programm:  Verbändeförderung „Briefmarke mit dem Plus“

Region: Sumatra, Indonesien

Projektpartner:  Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF), Indonesische Wald- und Naturschutzbehörde PHKA


Projektmanagement im BfN:

Fachgebiet I 2.2 Gesellschaft, Nachhaltigkeit, Tourismus und Sport, Fachgebiet I 2.3 Internationaler Naturschutz
Kontakt:  Barbara Engels