Bundesamt für Naturschutz

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Folgen für Naturschutz

Bereits heute lassen sich die Auswirkungen des Klimawandels beobachten und es sind nicht nur die schmelzenden Polkappen, Gletscher oder Permafrostböden: Auch direkt vor unserer Haustür sind die Veränderungen inzwischen deutlich. Die Apfelblüte findet im Durchschnitt 10 Tage früher als noch in den sechziger Jahren statt und der Kuckuck zieht sich in kühlere Höhenlagen zurück, da seine Wirtsvögel im Tiefland bei seiner Rückreise aus dem südlichen Überwinterungsquartier bereits die Eier ausgebrütet haben.

Für Wildpflanzen und -Arten bedeutet die Erwärmung häufig, dass sich Verbreitungsgebiete nach Norden und in höhere Lagen verschieben. Da unterschiedliche Arten nicht in derselben Weise und Geschwindigkeit auf klimatische Veränderungen reagieren, können sich Artengemeinschaften verändern oder komplett verschwinden. Ökosysteme und funktionelle Zusammenhänge können stark verändert werden

Neobiota breiten sich aus

Während es einigen heimischen Arten zu warm wird, fühlen sich zahlreiche exotische wärmeliebende Arten bei uns bereits „wie zu hause“: Kurios erscheint hierbei zunächst, dass in der nahen Schweiz inzwischen verwilderte Palmen (ostasiatische Hanfpalme) wachsen. Weniger kurios, sondern besorgniserregend ist es jedoch, wenn solche gebietsfremden Organismen sich so sehr ausbreiten, dass sie sowohl die heimische Natur bedrohen als auch für unsere Gesundheit problematisch sein können.

Exotische Gartengewächse verwildern zunehmend (z.B. Kirschlorbeer, Sommerflieder) und könnten zukünftig auch einheimische Pflanzen verdrängen (siehe auch  www.neobiota.de ). Auch die stark allergieauslösende Beifuß-Ambrosie breitet sich derzeit bei uns stark aus. Krankheitserreger, die bislang aufgrund der mediterranen Verbreitung ihrer Überträger (z.B. Sandmücken, einige Zeckenarten, einige Pilze) bislang bei uns nicht vorkamen, werden nun zum Problem.

Klimawandel ist Fakt

In diesem Zusammenhang sollte nicht vergessen werden, dass selbst bei einem entschlossenen und gut abgestimmten Vorgehen aller Beteiligten auf internationaler Ebene, der Klimawandel nur noch auf ein tolerierbares Maß begrenzt, aber nicht mehr völlig verhindert werden kann. Dazu sind die bereits eingetretenen Veränderungen in der Zusammensetzung der Erdatmosphäre zu groß und die Reaktionen des Klimasystems zu langsam.

Selbst wenn man die Treibhausgase auf die Konzentrationen des Jahres 2000 begrenzen könnte, würde infolge der bereits emittierten Treibhausgase bis zum Ende des Jahrhunderts unvermeidlich eine Erwärmung um weitere 0,6 °C (im Vergleich zu 1980 - 1999) eintreten (Weltklimarat, IPCC 2007). Nach Auskunft des IPCC (2007) gilt es als wahrscheinlich, dass durch den Klimawandel je nach Szenario 20 - 30 % - lokal bis zu 60 % der Tier- und Pflanzenarten verstärkt vom Aussterben bedroht sind ( Bericht des IPCC von 2007).

Eine Übersicht über das Thema findet sich auch im Band „Biologische Vielfalt und Klimawandel - Gefahren, Chancen, Handlungsoptionen“, erschienen in der Skriptenreihe des Bundesamtes für Naturschutz ( BfN-Skripten 148, 2006, pdf-Datei (220 KB). Zahlreiche Inhalte dieser Seiten wurden diesem Band entnommen.

Letzte Änderung: 24.11.2015

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